Neurogene Blasenentleerungsstörungen                                      Neurogene Detrusor-Hyperaktivität (NDO)

 

 

 

Neurogene Blasenfunktionsstörungen (nBFS) bei
Spina bifida - aktuelle Behandlungsmöglichkeiten

Eine Abhandlung von Frau Dr. med. Ines Kurze,
Chefärztin, Querschnittgelähmten-Zentrum
Klinik für Paraplegiologie und Neuro-Urologie
Zentralklinik Bad Berka GmbH - zum Download

Definition


Als "neurogene Blasenentleerungsstörung " bezeichnet man eine Funktionsstörung, die durch eine Fehlfunktion oder Verletzung des Nervensystems verursacht wird, z.B. durch Rückenmarksverletzungen, Spina bifida, Multiple Sklerose, Schlaganfall oder Morbus Parkinson.





4 Typen der neurogenen Detrusor- und Sphinkter-Dysfunktion in Abhängigkeit von der Pathologie des Sphinkters und der Blase. Stein et al. (2007) Urologe, 46:1620-1642

Zielsetzung


„Das primäre Ziel ist es, das Risiko für die Nierenfunktion zu senken. Dies geschieht durch die Senkung des Detrusordrucks auf wesentlich unter 30 - 40 cm H2O unter Vermeidung hoher Spitzendrücke und Steigerung von Kapazität sowie Compliance der Blase.“ (1) An zweiter Stelle steht die Optimierung der Blasenentleerung gefolgt vom Erreichen der Harnkontinenz.


Diagnostik


Die Diagnostik kann eine Vielzahl von Untersuchungen umfassen: Urol. Anamnese, Urinstatus, Sonographie (Nieren, Blase, Restharn), Labor (Kreatinin, Cystatin C, GFR), Orientierende Zystomanometrie, Videourodynamik incl. MCU, Blutdruck, Szintigramm (MAG III/DMSA)


Therapie


„Die initiale Therapie des überaktiven Detrusors besteht in der oralen Gabe von Antimuskarinika, wobei derzeit die größte Erfahrung mit der Gabe von Oxybutynin vorliegt, welches auch bei Kindern im ersten Lebensjahr eingesetzt werden kann. Bei bis zu 93% der Patienten zeigt sich bei frühzeitigem Einsatz von Oxybutynin einen positiver Effekt auf die Überaktivität des Detrusors (44). Bei der intravesikalen Gabe wird der „first pass“ Effekt in der Leber größtenteils umgangen und der aktive Metabolit N-Desethyloxybutinin wird vermindert gebildet. Dies führte in einer Metaanalyse bei Kindern mit neurogener Blase zu einer etwas verminderten Nebenwirkungsrate (45).“(1)

“Neurogene Patienten brauchen unter Umständen eine höhere Antimuskarinika-Dosis als Patienten mit einer idiopathischen Detrusor-Überaktivität. Unerwünschte Ereignisse aufgrund der höheren Dosis können jedoch zu einem frühen Therapie-Abbruch führen. … Alternative Darreichungsformen von Antimuskarinika, z.B. transdermale und intravesikale Gaben sollten berücksichtigt werden, um Nebenwirkungen zu reduzieren.“ (2)


Dosierungshinweise auf Basis der AWMF-Leitlinie (1):


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